hfg ulm – club off ulm

initiative von studenten und freunden der hfg ulm 1953 - 1968

news

09.2012

nächste mitgliederversammlung in ulm 12. und 13. oktober

liebe mitglieder und freunde,
bitte vormerken, unsere nächste mitgliederversammlung findet wieder in den räumen der ehemaligen hfg statt. ich freue mich, wieder viele von euch in ulm begrüssen zu können. der neue band unserer reihe “rückblicke” über die filmabteilung, wird dann druckfrisch vorliegen. detailliertes programm folgt ende september.

liebe mitglieder und freunde,
bitte vormerken, unsere nächste mitgliederversammlung findet wieder in den räumen der ehemaligen hfg statt. ich freue mich, wieder viele von euch in ulm begrüssen zu können. der neue band unserer reihe “rückblicke” über die filmabteilung, wird dann druckfrisch vorliegen. detailliertes programm folgt ende september.

05.2012

Vorstand cou bei Werkbund Hessen

Vorstandstreffen cou zu Gast bei Werkbund Hessen.

Florian Fischer, Karl-Achim Czemper, Monika Maus, Friz Fischer,
Horst Diener, Gerda Müller-Krauspe, Fred Baumgartner, Erhard Groß,
Alfred Jungraithmayr.

Vorstandstreffen cou zu Gast bei Werkbund Hessen.

Florian Fischer, Karl-Achim Czemper, Monika Maus, Friz Fischer,
Horst Diener, Gerda Müller-Krauspe, Fred Baumgartner, Erhard Groß,
Alfred Jungraithmayr.

12.2011

mitgliederversammlung in ulm 19. november 2011

Monika Maus, Vorsitzende begrüsst 55 Mitglieder des club off ulm im ehemaligen oberen Hörsaal des renovierten HfG-Gebäudes Der heutige Tag markiert ein besonderes, historisch bedeutsames Ereignis: die Eröffnung des HfG-Archivs in den Räumlichkeiten der ehemaligen HfG. Ganz besonders begrüsst sie aus diesem Anlass als Gast die Leiterin des HfG- Archivs, Frau Dr. Dagmar Rinker. Nicht zuletzt dank ihrem grossen persönlichen Engagement ist es nach vielen Jahren intensiver Diskussion um die Zukunft und den Standort des HfG-Archivs gelungen, dafür endlich eine adäquate, angemessene Wirkungsstätte zu sichern.

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Monika Maus, Vorsitzende begrüsst 55 Mitglieder des club off ulm im ehemaligen oberen Hörsaal des renovierten HfG-Gebäudes Der heutige Tag markiert ein besonderes, historisch bedeutsames Ereignis: die Eröffnung des HfG-Archivs in den Räumlichkeiten der ehemaligen HfG. Ganz besonders begrüsst sie aus diesem Anlass als Gast die Leiterin des HfG- Archivs, Frau Dr. Dagmar Rinker. Nicht zuletzt dank ihrem grossen persönlichen Engagement ist es nach vielen Jahren intensiver Diskussion um die Zukunft und den Standort des HfG-Archivs gelungen, dafür endlich eine adäquate, angemessene Wirkungsstätte zu sichern.

Frau Dr. Dagmar Rinker hätte beim Start ihrer Arbeit für das Archiv vor 14 Jahren fast nicht zu glauben gewagt, dass aus der fernen Perspektive eines HfG-Archivs auf dem Kuhberg dereinst Realität werden würde. Das HfG-Archiv ist nun am richtigen Ort “gelandet”, ist att- raktiver Teil der Ulmer Museumslandschaft und verfügt über Archiv-, Arbeits- und Ausstellungsräume, die internationalen Museum-Standards entsprechen. Frau Rinker nutzt die Gelegenheit, für die zahlreichen Schenkungen und Deposita von Ehemaligen zu danken. Frau Rinker dankt dem Vorstand und seinem Beirat für die aktive Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit.

Florian Fischer heisst die neuen Mitglieder des club off ulm herzlich willkommen. Es sind dies (in alphabetischer Reihenfolge):
Claudia von Alemann, Köln (1964 bis 1968 an der HfG Ulm, Abteilung Film) –
Marianne Julia Baumgartner, Zürich (dipl. Architektin ETH/SIA, Assistentin ETH-Zürich) –
Veruschka Götz, Berlin (Professorin an der Hochschule Mannheim, Fakultät für Gestaltung) –
Petra Kellner, Offenbach (Professorin für Produktgestaltung an der Hochschule für Gestaltung Offenbach) –
Hans Liebl, Neu-Ulm (Grafikdesigner, 1957 bis 1958 an der HfG, Grundlehre und visuelle Kommunikation) –
Anna Maigler, Berlin (Lehrbeauftragte an der Hochschule Sachsen-Anhalt, Dessau) –
Marco dos Santos Pina, Düsseldorf (Dipl. Designer) –
Susanne Radtke, Ulm (Professorin für Grundlagen der Gestaltung und Mediendesign an der Hochschule Um) –
Marie Schneider, Esslingen (Kunsthistorikerin, Volontärin in der Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege, Stuttgart) –
René Spitz, Köln (1997 Promotion an der Uni München mit einer Arbeit über die HfG Ulm)

Während der Tagung und Eröffnung des hfg-archivs in der ehemaligen hfg wurden noch weiter Interessenten Mitglied des “cou”
Kinga und Andrasch Dozsa-Farkas, München, Sabine Mayer-Dölle, Ulm – Bernd Franck – Peter Kövari, Pullach – Eckhard Tischer, München – Martin Schack, Detmold

Fred Baumgartner, Mitglied des Beirats des Vorstands, gibt eine Übersicht über die wichtigsten Aktivitäten des Vorstands seit der letzten MV vom 28.5.2010.

Vier Themenbereiche haben den Vorstand zeitlich und materiell besonders beansprucht:
1. Bauliche Sanierung der HfG 2. Positionierung des club off ulm 3. Fundraising, Finanzen 4. Zukünftige Projekte

1. Bauliche Sanierung der HfG. Anlässlich der letzten MV 2010 haben Mitglieder des club off ulm, namentlich Bertus Mulder, die Bereitschaft zur Beratung angeboten. Im Vordergrund standen damals die vorgesehenen, als problematisch bezeichneten neuen Eingangsportale zu den vermieteten Räumen. Dem mit wohlwollendem Interesse aufgenommenen Beratungsangebot des club off ulm folgte aber keine weitere Kontaktaufnahme durch Architekt oder Bauherrschaft. Gleich nach dem Einbau der ersten blaustichigen Fenster hat Monika Maus im Dezember 2010 eine Besichtigung der Baustelle und ein Gespräch des Architekten mit Bertus Mulder, Max Graf und Karlheinz Allgayer organisiert. Die Kritik “unserer” Architekten wurde zur Kenntnis genommen. Monika Maus und Gerda Müller-Krauspe haben in vielen Kontakten mit Publikums- und Fachmedien auf den Einbau der blauen Fenster aufmerksam gemacht. Es ist damit gelungen,
das problematische Verhalten der Verantwortlichen (Denkmalpflege, Bauherrschaft, Architekten) in die Öffentlichkeit zu tragen.

Im Februar 2011 fand anlässlich einer Vorstandssitzung eine Aussprache mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates Hochschule für Gestaltung HfG sowie dem Baubürgermeister der Stadt Ulm, Herr Alexander Wetzig, statt. Die Kritik des club off ulm zum Ergebnis der Sanierungsarbeiten (insbes. blaue Fenster) wurde zur Kenntnis genommen. Mit Hinweis auf den fortgeschrittenen Bauprozess und die Kosten wurden ein Rückbau oder ein Baustopp aber kategorisch abgelehnt. Herr Wetzig sicherte zu, für einen besseren Dialog zu sorgen. Mit grossem Dank wurde die erneuerte Zusicherung, dem club off ulm einen Raum im HfG-Gebäude für das Sekretariat kostenlos zur Verfügung zu stellen, entgegen genommen.

Am 18. Februar 2011 fand auf Einladung der Herren Jakob Bill und Florian Aicher, unter Leitung von Christian Petry in Ulm ein Treffen statt. Das Treffen mündete in eine der Presse zugeleitetet Resolution. Die Unterzeichner (Jakob Bill, Florian Aicher, Stiftung Bauhaus Dessau, club off ulm) verlangten bis zur Erfüllung verschiedener Forderungen einen sofortigen Baustopp.

Als Bilanz der zeitaufwändigen Bemühungen bleibt die Feststellung, dass es zwar dem Vorstand und den engagierten Mitstreitern des club off ulm nicht gelungen ist, wesentliche Fehlleistungen bei der Sanierung des HfG-Gebäudes zu verhindern. Gelungen ist hingegen, die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit für die Anliegen der Erhaltung und Pflege des baulichen Erbes auf dem Kuhberg zu mobilisieren.

2. Positionierung des club off ulm. Der Vorstand hat sich intensiv mit Fragen zur zukünftigen, mittel und längerfristigen Profilierung und Positionierung des club off ulm beschäftigt. Wir wollen uns engagieren, den “Geist von Ulm” weiter zu entwickeln und in die Diskussion von aktuellen Fragestellungen zur Produktgestaltung, zu Architektur und Städtebau, zur visuellen Kommunikation und zum Filmschaffen einbringen. Der Vorstand hat dazu folgende Handlungsfelder definiert:

Verbreiterung der Mitgliederbasis, Werbung um neue Mitglieder – Mitwirkung im geplanten Beirat des HfG-Archivs –
Mitwirkung in der geplanten Plattform IFG Ulm (Internationales Forum für Gestaltung), HFG-Stiftung,
Mitwirkung in der nutzungsmässigen und baulichen Weiterentwicklung des HfG-Gebäudes.

3. Fundraising, Finanzen. Die sehr knappen finanziellen Mittel des club off ulm bestimmen wesentlich den Spielraum und das Engagement in den genannten Handlungsfeldern. Zur längerfristigen Verbesserung der Situation hat der Vorstand folgende Schwerpunkte gesetzt:
Verbreiterung der Mitgliederbasis – Schaffung einer Mitgliederkategorie “Gönner” –

Verstärktes Engagement zur finanziellen Unterstützung von Projekten des club off ulm
durch Dritte (Stadt Ulm, Institutionen, Firmen, Private).

4. Zukünftige Projekte. Der Abstand zwischen wünschbaren und auf Grund der zur Zeit sehr beschränkten Ressourcen möglichen Vorhaben ist gross. Aus der langen Liste der im Vorstand behandelten Projekte und Vorhaben, die in Zukunft vertieft angegangen werden sollen, sind die folgenden zu nennen:

Ausbau und Weiterentwicklung der Internet-Plattform. allenfalls in Kooperation mit verwandten Partnern
Schaffung einer Diskussionsplattform für Experten und Studierende – Erstellung einer umfassenden Baudokumention des HfG-Gebäudes über den ursprünglichen bestand und die im Verlauf der Zeit erfolgten Veränderungen. Vorarbeiten und Abklärungen sind dazu im Gange.

Fred Baumgartner hat als Beirat die Arbeit des Vorstandes sehr eng mit verfolgt. Er dankt im Namen des Beirats und der MV dem Vorstand für sein Engagement und den grossen Arbeitseinsatz. Dank gilt auch der Unterstützung der Mitglieder. Ganz besonderer Dank gilt der Vorsitzenden, Monika Maus. Sie hat für den club off ulm Ausserordentliches geleistet!

gruppenbild mitgliederversammlung in ulm 19. november 2011 von René Spitz

11.2011

übersichtstafeln des “club off ulm”

05.2011

sanierung der ehemaligen “hochschule für gestaltung”

verschiedene medien haben sich des themas angenommen. eine auswahl:
DIE ZEIT, art, bauwelt, Baumeister, Stuttgarter Zeitung, Südwest Presse, DeutschlandRadio Kultur,
politik und kultur (Zeitung des deutschen Kulturrats), bauhaus-magazin nr.1, deutsche bauzeitung, und
die Süddeutsche Zeitung.

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verschiedene medien haben sich des themas angenommen. eine auswahl:
DIE ZEIT, art, bauwelt, Baumeister, Stuttgarter Zeitung, Südwest Presse, DeutschlandRadio Kultur,
politik und kultur (Zeitung des deutschen Kulturrats), bauhaus-magazin nr.1, deutsche bauzeitung, und
die Süddeutsche Zeitung.

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04.2011

hfg 2 alternativkonzept vom 27.11.2008… prof. gerhard curdes

als reaktion zu dem von der “Stiftung HFG Ulm” verfolgten nutzung der hfg-bauten als “Designpark”, entstand auf der mitgliederversammlung 2008 der gedanke, eine oder mehrere alternativen dazu zu überlegen. das papier “hfg 2” wurde der stiftung und maßgeblichen personen der Stadt Ulm im frühjahr 2009 übergeben.
hier der link zum anschauen der dokumentation:

HFG_2-Konzept-Endfassung.pdf

als reaktion zu dem von der “Stiftung HFG Ulm” verfolgten nutzung der hfg-bauten als “Designpark”, entstand auf der mitgliederversammlung 2008 der gedanke, eine oder mehrere alternativen dazu zu überlegen. das papier “hfg 2” wurde der stiftung und maßgeblichen personen der Stadt Ulm im frühjahr 2009 übergeben.
hier der link zum anschauen der dokumentation:

HFG_2-Konzept-Endfassung.pdf

03.2011

Metamorphose eines Baudenkmals

zur Sanierung des Gebäude-Ensembles der hfg ulm
Stellungnahme DWB Hessen

Der Gebäudekomplex der hfg ulm ist eine Inkunabel der Zweiten Moderne. Eine der wenigen aus ihrer Zeit. Eine, in der Architektur und Programm einer weitsichtigen Neugründung aufs Engste zusammengingen und jener heute legendären Hochschule für Gestaltung Ulm (1953-1968) das unverwechselbare Profil verliehen. Die internationale Schule, schon bald renommiert und von Weltgeltung bis in die Gegenwart, existiert nicht mehr. Ihr materielles Vermächtnis jedoch, die von Max Bill entworfenen, sacht in die Hanglage sich fügenden Bauten aber wurden bereits 1979 unter Denkmalschutz gestellt. Würdigung und Prävention in einem, sollte man meinen. Nichts anderes verband seinerzeit auch der Deutsche Werkbund – Wegbereiter und Wegbegleiter der Neuen Sachlichkeit über mehr als ein halbes Jahrhundert – mit diesem zur Bewahrung verpflichtenden Status.

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zur Sanierung des Gebäude-Ensembles der hfg ulm
Stellungnahme DWB Hessen

Der Gebäudekomplex der hfg ulm ist eine Inkunabel der Zweiten Moderne. Eine der wenigen aus ihrer Zeit. Eine, in der Architektur und Programm einer weitsichtigen Neugründung aufs Engste zusammengingen und jener heute legendären Hochschule für Gestaltung Ulm (1953-1968) das unverwechselbare Profil verliehen. Die internationale Schule, schon bald renommiert und von Weltgeltung bis in die Gegenwart, existiert nicht mehr. Ihr materielles Vermächtnis jedoch, die von Max Bill entworfenen, sacht in die Hanglage sich fügenden Bauten aber wurden bereits 1979 unter Denkmalschutz gestellt. Würdigung und Prävention in einem, sollte man meinen. Nichts anderes verband seinerzeit auch der Deutsche Werkbund – Wegbereiter und Wegbegleiter der Neuen Sachlichkeit über mehr als ein halbes Jahrhundert – mit diesem zur Bewahrung verpflichtenden Status.

 

Gewiß, es gab vor dem Jahre 1979 und leider auch danach manche bedenkliche Änderungen an Bau und Terrain, die freilich dann bei den zuständigen Tübinger Denkmalschützern als lässliche Bausünden, wenn nicht wohlbegründete Notwendigkeiten irgendwie durchgingen. Im Zuge der kürzlich angelaufenen und zweifellos dringend gebotenen Generalsanierung des Schulgebäudes entpuppt sich jedoch erst die völlige Nichtigkeit eines solchen Schutzanspruchs. Um das Ausmaß dessen zu begreifen, was da derzeit mit dem ‚Baudenkmal hfg ulm’ angerichtet wird, mögen einige erhellende Anmerkungen hilfreich sein.

Schon zu Beginn der 70er Jahre sah sich die Eigentümerin der großzügig bemessenen Immobilie, die Stiftung Hochschule für Gestaltung Ulm, einst als Geschwister-Scholl-Stiftung Trägerin der privaten Schule, genötigt, dem desolaten Zustand der Gebäude durch eine erste Sanierung abzuhelfen. Mit der Universität Ulm und ihrer Absicht, sich mit ihren psycho-sozialen Fachbereichen in die leerstehenden Räumlichkeiten einzumieten, stand schließlich eine potente, verlässliche und langfristige, weil aus öffentlichen Mitteln finanzierte Mieterin ‚ins Haus’. Und so setzte nach dem Start einer anhaltenden und einträglichen Bebauung bislang ungenutzter Grundstücke auf dem weitläufigen Gelände auch die Renovierung und Umnutzung für den Bedarf der künftigen Bewohner ein.

Weit entfernt von einem Interessenkonflikt wussten Stiftung und Architekt, Fred Hochstrasser, den Bedürfnissen der Psychosomatiker nach Sicherheit und Geborgenheit ihrer ambulanten Klientel augenfällig entgegenzukommen. Fred Hochstrasser, einst Student der hfg ulm und Bauleiter bei ihrer Errichtung, besorgte diese Aufgaben erstaunlich geräuschlos. Das darf nicht wirklich erstaunen, fand doch der abseits gelegene, verlassene Schulbau nach den Turbulenzen der Schließung der hfg kaum noch so etwas wie öffentliches Interesse. Einmal ganz abgesehen von der Ulmer Bürgerschaft, die den Gebäudekomplex von Anfang an als Fremdkörper mit dubiosem Inhalt erachtete. 1976 bezogen die universitären Mieter ihr neues Domizil.
Was dann als Ergebnis partnerschaftlicher Verständigung allein äußerlich in Form von Zutaten, Ergänzungen und Modifikationen oder im Inneren als Einrichtungsschrott zu betrachten war, hat Eingeweihte zutiefst verschreckt. All das freilich sind Petitessen aus einer Zeit, in der Gestaltung als Formalismus gehandelt, keinen Stellenwert mehr besaß. Weder die Ex-Ulmer, noch die Kulturträger der Stadt Ulm, die intellektuelle Elite oder der Denkmalschutz sahen Anlaß oder gar Sinn, laut und vernehmlich zu protestieren. Das gilt auch für den Deutschen Werkbund. Immerhin, die kraftvolle Architektur widerstand, blieb, was sie war.

Das also alles sind nachgerade Kleinigkeiten, und vielleicht auch wieder rückführbar, im Vergleich zu dem, was derzeit mit den Bill-Bauten geschieht. Jetzt geht es nicht mehr um Verunstaltung, um kleine miese Kompromisse oder architektonisches Unvermögen. Was sich nun ungläubig und fassungslos bestaunen läßt, ist nichts weniger als eine Metamorphose: die Verwandlung der Architektur-Ikone hfg ulm in ein drittklassiges Verwaltungsgebäude.

Wie das? Das verraten die Fenster.
Sie verdanken sich dem lang geplanten Auszug der bisherigen Dauermieterin in eigene Quartiere und damit einer längst fälligen Grundsanierung nach energetischem Konzept. Bei einer Beton-Stahlskelett-Konstruktion, die denkmalgeschützt, äußerlich nicht verändert werden darf, eine gewiß ebenso umfangreiche wie herausfordernde Aufgabe. Daß sie bei Adrian Hochstrasser, dem Sohn des Erstsanierers, und seinem Architektur- und Planungsbüro in Ulm, nicht in den besten Händen läge, vermuteten frühzeitig etliche Skeptiker, denen 40 Jahre familiäre Immobilienpflege auf dem Kuhberg – mit Vater Hochstrasser überdies gute 17 Jahre an der Stiftung Spitze – kaum als hinreichende Qualifikation erschien.

Adrian Hochstrasser indes, aufgewachsen auf dem Schulterrain, überraschte die Missgünstigen wie die Wohlwollenden mit seiner Wahl von blau eingefärbten und blau spiegelnden Isoliergläsern, die nur durch eine vorerst kryptische spätere Umnutzung, nicht jedoch durch ihre technischen Eigenschaften als effizienter Sonnenschutz zu rechtfertigen sind. Wie jedermann weiß, gibt es farblose Alternativen. Man braucht nicht vom Fach zu sein, um zu erkennen, dass ein solches Material das Gebäude seines ursprünglichen Erscheinungsbildes beraubt, ist doch gerade der hohe Anteil an Fensterflächen und ihre subtile Gliederung im Verbund mit Holz und Beton sein Charakteristikum. Wer sich an diesen architektonischen Elementen vergeht, löst das Image des Gebäudes auf und transformiert es in etwas anderes, das derzeit nur Mutmaßungen zuläßt. Das von der Stiftung gegenwärtig vermarktete Nutzungskonzept für ein ‚Zentrum für Gestaltung HfG’, kann es nicht sein; dergleichen bräuchte keine azurne Fassadenverfremdung.

Indessen, gerade die beteiligten Fachleute zeigten sich willig, die Fahrt ins Blaue abzusegnen. Allen voran der Baubürgermeister der Stadt Ulm, Alexander Wetzig, Architekt und Stadtplaner von Haus aus, und in Personalunion seit etlichen Jahren Vorsitzender der Stiftung. Sein geschäftsführender Stiftungsvorstand, Dr. Dieter Bosch, vollauf mit der Umnutzung der Baulichkeiten zu eben diesem ‚Gestaltungszentrum’ und Sondieren künftiger Mieteinnahmen befasst, erwies sich konform. Und die Landesdenkmalpflege in der Person von Dr. Günter Kolb ganz offensichtlich, wie versichert wird, desgleichen. Eine unheilige Allianz.
Denn entweder man verfolgt hier insgeheim bereits gänzlich andere Nutzungspläne oder aber es handelt sich bei den Gläsern um einen besonders günstigen Materialeinkauf. Angesichts der enormen verglasten Partien des Gebäudes gewiß eine verständliche, aber unangebrachte Sparmaßnahme.
Das Resultat ist in beiden Fällen das nämliche: die mutwillige Beschädigung, ja Vernichtung eines nationalen Baudenkmals von internationalem Rang, dessen Aufstieg zum Weltkulturerbe damit zugleich endgültig ad acta zu legen ist.

Es ist wahr, man kann einer privaten Stiftung HfG nicht vorschreiben, was sie ihren Statuten nach zu tun hat, sehr wohl aber was sie bei Sanierungsbedarf unter allen Umständen zu lassen hat. Hier hat die Denkmalpflege kläglich versagt. Bisherige Proteste etwa seitens des club off ulm oder der Bauhaus-Stiftung verliefen so gut wie im Sande.

Ein Baudenkmal ist eine öffentliche Angelegenheit im Wortsinn, die sich häufig erst Öffentlichkeit verschaffen muß. Dazu möchte der Deutsche Werkbund Hessen, seiner Satzung ebenso verpflichtet wie dem Interesse der Allgemeinheit, entschieden beitragen.

In Anbetracht der Geschehnisse fordert der Deutsche Werkbund Hessen daher nachdrücklich und unmissverständlich den sofortigen Stopp des Fenstereinbaus und eine Revision der Glasauswahl. Er fordert darüber hinaus das unverzügliche Stornieren öffentlicher Fördermittel und Finanzierungszusagen der Stadt Ulm und des Landes Baden-Württemberg. Mehr fordert er vorerst nicht.

Der Vorstand des Deutschen Werkbund Hessen

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